Du sitzt nachmittags in der Sonne und denkst, heute Abend kann ich ruhig das leichte Shirt anziehen. Dann kommt der Abend – und nach einer Stunde draußen holst du doch die Jacke. Was ist passiert?
Abstrahlung nach Sonnenuntergang
Tagsüber nimmt die Erde Wärme auf. Nach Sonnenuntergang kehrt sich das um: die Erde strahlt diese gespeicherte Wärme nach oben ab, in die Atmosphäre. Wie schnell die Temperatur dabei fällt, hängt fast vollständig davon ab, was zwischen Erde und Weltall liegt.
Wolken wirken wie eine Decke. Sie reflektieren die abgestrahlte Wärme zurück zur Erde. Bei geschlossenem Himmel kühlt es langsam ab. Bei klarem Himmel gibt es keine Decke – die Wärme verschwindet direkt ins All, und die Temperatur fällt schnell.
| Bewölkung | Abkühlung pro Stunde |
|---|---|
| Klar | 2–4°C |
| Halb bewölkt | 1–2°C |
| Geschlossen bewölkt | 0,5–1°C |
| Neblig / feucht | unter 0,5°C |
Ein klarer Sommerabend kann also nach drei Stunden bereits 6 bis 12 Grad kühler sein als beim Sonnenuntergang. Das ist der Grund, warum Gartenpartys manchmal plötzlich enden.
Frühling und Sommer im Vergleich
Im Frühling ist dieser Effekt besonders ausgeprägt, weil die Tage noch kurz sind und die Erde weniger Wärme gespeichert hat. Im Sommer kühlen klare Nächte auch ab, aber der Ausgangspunkt ist höher und die Dämmerpause länger.
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Praktischer Hinweis
Wenn du weißt, dass der Abend klar wird, plane eine Lage mehr ein als du tagsüber gebraucht hättest. Die Temperatur zum Zeitpunkt des Losgehens sagt dir wenig darüber, wie es drei Stunden später sein wird. Bei bewölktem Abend ist die Abkühlung milder – aber dann kommt oft auch Regen dazu.
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